Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon Colorblind. » Mi 12. Sep 2018, 21:38

Hallo ihr Lieben.

Ich bin ein Anfänger in Statistik und mir liegt es leider gar nicht gut, daher bin ich auf Hilfe von euch angewiesen. Also ich habe eine gerichtete Zusammenhangshypothese mit einer abhängigen Variable (Suggestibilität/Yield1) und mehreren unabhängigen Variablen (Kollektivismus, Langzeitorientierung und Unsicherheitsvermeidung). Meine Hypothese lautet: Eine höhere Ausprägung in den Kulturellen Orientierungen Kollektivismus, Langzeitorientierung und Unsicherheitsvermeidung geht mit höheren Werten der Beantwortung in suggestive Richtung einher (Yield1).

Kollektivismus habe ich mithilfe der Culture Orientation Scale erhoben und Langzeitorientierung und Unsicherheitsvermeidung mit der Culture Value Scale. Mein Verfahren wäre jetzt eine hierarchische Regressionsanalyse. Wie genau gehe ich da vor? Füge ich nun schrittweise meine Prädiktoren in das Modell ein? Muss ich irgendwie vorher die Teilnehmer, die eine hohe Ausprägung der drei UVs haben auswählen oder einen Mediansplit machen, damit ich die Stichprobe quasi in hohe und niedrige Ausprägungen eingeteilt habe? Da bin ich mir echt unsicher, da ich nicht genau weiß, wie ich vorgehe, aufgrund der Formulierung der Hypothese „Eine höhere Ausprägung…“

ich hoffe Frage ist nicht allzu dumm. Wie gesagt ich blicke einfach nicht durch in Statistik…
Colorblind.
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon strukturmarionette » Do 13. Sep 2018, 07:40

Hi,

- N?
- konkrete Messniveaus aller Variablen

Meine Hypothese lautet: Eine höhere Ausprägung in den Kulturellen Orientierungen Kollektivismus, Langzeitorientierung und Unsicherheitsvermeidung geht mit höheren Werten der Beantwortung in suggestive Richtung einher (Yield1).

- i.O.

Mein Verfahren wäre jetzt eine hierarchische Regressionsanalyse.

- Nein

Füge ich nun schrittweise meine Prädiktoren in das Modell ein?

- Nein.
- Ist aber auch was ganz anderes als eine Hierarchische Regressionsanalyse

Gruß
S.
strukturmarionette
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon Colorblind. » Do 13. Sep 2018, 08:23

Mein N ist 80, Skalenniveaus müsste ich zuhause nachschauen.

Das Problem ist, dass meine Betreuerin zu mir sagte, ich soll mich stark einer alten Masterarbeit orientieren bzgl des Vorgehens und da wurden hierarchische Regressionen gerechnet.
Oh Gott, das wird katastrophal.

Ich habe hier zuhause eine Mindmap erstellt, in der auch steht, dass ich bei Zusammenhangshypothesen mit mehr als 2 Variablen (was ja bei mir der Fall ist) entweder eine multiple Regression rechne, wenn die Variablen intervallskaliert sind (welche Variable, AV, UV oder alle?). Und wenn die Variablen nominalskaliert sind eine logistische Regression…

Würdest du das auch vorschlagen?
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon bele » Do 13. Sep 2018, 08:33

Colorblind. hat geschrieben:Mein N ist 80, Skalenniveaus müsste ich zuhause nachschauen.

Bitte tu das.

Das Problem ist, dass meine Betreuerin zu mir sagte, ich soll mich stark einer alten Masterarbeit orientieren bzgl des Vorgehens und da wurden hierarchische Regressionen gerechnet.

Und wieso willst Du dann in Deinem anderen Thread daraus eine ANOVA machen?

Ich habe hier zuhause eine Mindmap erstellt, in der auch steht, dass ich bei Zusammenhangshypothesen mit mehr als 2 Variablen (was ja bei mir der Fall ist) entweder eine multiple Regression rechne, wenn die Variablen intervallskaliert sind (welche Variable, AV, UV oder alle?). Und wenn die Variablen nominalskaliert sind eine logistische Regression…


Deine MindMap meint die abhängige Variable, aber Du hast ja jetzt das Forum als Ergänzung zur MindMap und das besteht auf den Skalenniveaus aller Variablen im Modell.

Warum da irgendetwas hierarchisch sein soll oder nicht lässt sich nur mit einer nachvollziehbaren Schilderung der Fragestellung und des Versuchsaufbaus beantworten. Wenn also in Deiner MindMap nicht drin steht, ob Du das hierarchisch oder einfach nur mit einer multiplen Regression rechnen sollst, wäre auch diese Schilderung erforderlich. Manchmal hilft das hier dabei, die zu erstellen:
nutzung-des-forums-f44/das-musste-mal-gepostet-werden-t6682.html

LG,
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon Colorblind. » Do 13. Sep 2018, 08:37

Wie gesagt, die schaue ich zu Hause nach und melde mich heute Abend erneut, danke.

Im anderen Thread gehts um eine ANOVA weil dort von einer Unterschiedshypothese die Rede ist und hier eben von einer Zusammenhangshypothese.
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon bele » Do 13. Sep 2018, 10:43

Ein Unterschied ist ein Zusammenhang. Wenn Männer und Frauen unterschiedlich alt werden, dann besteht zwischen Alter und Geschlecht ein Zusammenhang.
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon Colorblind. » Do 13. Sep 2018, 14:08

So also ich habe nun die Skalenniveaus nachgeschaut. Meine drei Ausprägungen der AV sind alle nominalskaliert.
Ich habe vier UVS (Langzeitorientierung, Unsicherheitsvermeidung, Kollektivismus und Individualismus). Die Items der Skalen sind nominalskaliert, die Summenwerte der UVs sind metrisch skaliert.

Im Prinzip könnten wie den anderen Thread, wie vorgeschlagen auf Eis legen und ich erläutere hier nochmal genauer worum es geht.
Ich habe N=80 (Paper-Pencil Erhebung), davon sind 40 Teilnehmer per Zufall aus einer Stichprobe von meiner Betreuung ausgewählt (deutsche Probanden) und 40 Teilnehmer, die ich selbst erhoben habe (aus dem vorderasiatischen Raum). Ich habe mittels verschiedenen Fragebögen die Kulturelle Orientierung erhoben (UV: Langzeitorientierung, Unsicherheitsvermeidung, Kollektivismus und Individualismus). Ich soll untersuchen, ob die unterschiedlichen kulturellen Orientierungen einen Einfluss auf die Suggestibilität (Beeinflussbarkeit bei Zeugenbefragungen, 3 Ausprägungen: Yield1, Yield2, Shift) haben.
Ich habe insgesamt 13 Hypothesen:

H1: Eine höhere Ausprägung in den Kulturellen Orientierungen Kollektivismus, Langzeitorientierung und Unsicherheitsvermeidung geht mit höheren Werten der Beantwortung in suggestive Richtung einher (Yield1).
H2: Personen aus vorderasiatischen Ländern geben Suggestivfragen häufiger nach, als deutsche Personen (Yield1).
H3: Personen mit einer hoch ausgeprägten Unsicherheitsvermeidung geben Suggestivfragen häufiger nach, als Personen mit einer niedrig ausgeprägten Unsicherheitsvermeidung (Yield1).

Ich habe im Prinzip meine Hypothesen nach diesem Schema formuliert.

In der Arbeit, an der ich mich orientieren soll, wurde für die Hypothesen, die wie H3 formuliert sind, eine ANOVA gerechnet mit Mediansplits. Davon wurde mir hier ja abgeraten und eher eine ANCOVA vorgeschlagen (über die ich mich noch genauer informieren möchte).
Für H1 hätte ich jetzt schonmal eine Rgressionsanalyse vorgeschlagen, weiß aber noch nicht genau welche. Ich bin mich auch noch am einlesen und am verzweifeln. Ich denke leichte Panik, dass ich es nicht schaffe, fällt auch mit rein. Daher hoffe ich auf konstruktive ANtworten, die mich in die richtige Richtung leiten.
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon bele » Do 13. Sep 2018, 14:59

Colorblind. hat geschrieben:Meine drei Ausprägungen der AV sind alle nominalskaliert.
[...]H1: Eine höhere Ausprägung [...] geht mit höheren Werten der Beantwortung in suggestive Richtung einher (Yield1).


Wenn die abhängige Variable nominalskaliert ist, wie kann sie dann höhere und niedrigere Werte haben? Höhere und niedrigere Werte gibt es ab Ordinalskalenniveau.

Was verstehst Du unter "Ausprägungen der AV"? Ich glaube, etwas anderes als ich darunter verstehe.


H2: Personen aus vorderasiatischen Ländern geben Suggestivfragen häufiger nach, als deutsche Personen (Yield1).


Wurde eine Häufigkeit von Suggestivfragen erhoben? Das war mir oben entgangen.

H3: Personen mit einer hoch ausgeprägten Unsicherheitsvermeidung geben Suggestivfragen häufiger nach, als Personen mit einer niedrig ausgeprägten Unsicherheitsvermeidung (Yield1).


Wenn Unsiverheitsvermeidung ein metrischer Wert ist und Häufigkeit von Suggestivfragen ein metrischer Wert ist und es nur um diese zwei Variablen geht, dann käme ein Korrelationsrechnung in Frage.

In der Arbeit, an der ich mich orientieren soll, wurde für die Hypothesen, die wie H3 formuliert sind, eine ANOVA gerechnet mit Mediansplits. Davon wurde mir hier ja abgeraten und eher eine ANCOVA vorgeschlagen (über die ich mich noch genauer informieren möchte).


Du musst für Dich entscheiden, was da jetzt führt. Mediansplits halte nicht nur ich für schlecht. Wenn aber Deine Betreuer sagen, dass Du es so machen sollst und Du Dich unsicher fühlst, etwas anderes zu vertreten, dann kann es das für Dich richtige sein, die Empfehlungen Deiner Betreuer kleinlichst zu befolgen.


Daher hoffe ich auf konstruktive Antworten, die mich in die richtige Richtung leiten.


Konstruktive Antworten kannst Du hier bekommen, aber ein oder zwei Semester Vorlesung und ein gutes Buch kann ein Forum nicht ersetzen. Ob Du Dich fit genug fühlst, um mit den konstruktiven Antworten was besseres zu machen oder lieber den schlechteren aber genau vorgezeichneten Weg gehen willst, die Entscheidung musst Du selbst treffen.

LG,
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon PonderStibbons » Do 13. Sep 2018, 15:04

In der Arbeit, an der ich mich orientieren soll, wurde für die Hypothesen, die wie H3 formuliert sind, eine ANOVA gerechnet mit Mediansplits.

Varianzanalysen erfordern eine intervallskalierte abhängige Variable.
Deine ist laut Deiner Aussage eine kategoriale Variable mit 3 Ausprägungen. Das wäre nicht nur ein, sondern gleich zwei Skalenniveaus zu niedrig für eine Varianzanalyse.

Wie sieht, ganz konkret und nachvollziehbar beschrieben, das Messinstrument für Deine abhängige Variable aus?

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
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Re: Verfahren richtig ausgewählt (Regressionsanalyse)?

Beitragvon Colorblind. » Do 13. Sep 2018, 20:00

PonderStibbons hat geschrieben:
In der Arbeit, an der ich mich orientieren soll, wurde für die Hypothesen, die wie H3 formuliert sind, eine ANOVA gerechnet mit Mediansplits.

Varianzanalysen erfordern eine intervallskalierte abhängige Variable.
Deine ist laut Deiner Aussage eine kategoriale Variable mit 3 Ausprägungen. Das wäre nicht nur ein, sondern gleich zwei Skalenniveaus zu niedrig für eine Varianzanalyse.

Wie sieht, ganz konkret und nachvollziehbar beschrieben, das Messinstrument für Deine abhängige Variable aus?



Wie merkwürdig, das stimmt. Dabei hatte meine Vorgängerin auch eine ANOVA gerechnet ,obwohl die Voraussetzungen ja gar nicht erfüllt waren...
Ich habe die Datenmatrix auch so übernommen und von meiner Betreuerin erhalten und quasi nur meine Rohdaten aus meinen Teilnehmern händisch eingetragen.

Die AV wurde mittels einer Zeugenbefragung erhoben, bestehens aus 16 suggestiven Fragen und fünf neutralen. Im ersten Durchgang mussten die TN diese Fragen (teilweise multiple Choice, teilweise offene Antworten) beantworten. Danach erhielten sie ein negatives Feedback mit der Aufforderung 7 suggestive und die fünf neutralen Fragen erneut zu beantworten, da sie diese falsch gemacht haben (unabhängig davon, ob die Antworten im ersten Durchgang richtig waren oder nicht). Es wurden SUmmenwerte gebildet, auf wieviele suggestive Fragen sie im ersten Durchgang falsch geantwortet haben (Yield 1), wieviele Fragen im zweiten Durchgang nach dem negativen Feedback falsch waren (Yield2) und wieviele Antworten sie nach dem negativen Feedback verändert haben (Shift).
ALso ist meine AV die Suggestibilität und teilt sich in Yield1, Yield2 und Shift.
Colorblind.
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