Masterarbeit: Welches Verfahren?

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon Sarah88 » Do 15. Aug 2019, 08:25

Hallo zusammen,

ich schreibe gerade meine Masterarbeit zum Thema "Stimmungsbeeinflussung durch autobiographische Erinnerungen in Abhängigkeit von Depressivität" :ugeek: . Ein Online-Experiment: Die Stimmung wurde dreimal kontinuierlich gemessen: Vor der Induktion einer negativen Stimmung durch negative Erinnerungen, NACH der Induktion der Stimmung, dann kam eine Kontrollbedingung als "Ablenkungsaufgabe" (n = 77) und die Experimentalbedingung (n = 78), wo Personen positive Erinnerungen generierten; DANACH wurde die Stimmung noch einmal gemessen -> die Stimmung wurde/sollte also im Verlauf des Experiments manipuliert worden sein. Eine Idee ist, eine Anova mit Messwiederholung zu verwenden, mit der Bedingung als Zwischensubjektfaktor. ALLERDINGS gibts da (leider) noch die Depressivität (kontinuierlich VOR dem Experiment gemessen, mit 20 Items).

Die Frage ist nun, wie ich die Depressivität, die ja intervallskaliert ist, mit rein bekomme. Klar könnte ich vielleicht zwei Gruppen bilden, evtl. einen Mediansplit um die Depressivität zu kategorisieren, allerdings gehen dadurch ja einige Informationen verloren - Personen im mittleren Bereich würden dann als depressiv oder nicht-depressiv bezeichnet werden müssen. :?

Hat hier jemand eine Idee, was ich noch machen könnte? Vielleicht Richtung Regression denken - Stimmung zu t2 sagt Stimmung zu t3 vorher mit Depressivität als Moderator? Aber ist das überhaupt möglich, dadurch hab ich ja die Bedingungen nicht mit drin...

Ich seht, ich bin wirklich überfordert und brauche dringend Hilfe (generell bin ich ziemlich schlecht in Statistik und quäle mich gerade wirklich sehr) :oops: :oops:

Ich bin über jede Hilfe sehr sehr sehr sehr dankbar!
Viele Grüße!!

Sarah
Sarah88
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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon strukturmarionette » Do 15. Aug 2019, 10:51

Hi,

dann kam eine Kontrollbedingung als "Ablenkungsaufgabe" (n = 77) und die Experimentalbedingung (n = 78), wo Personen positive Erinnerungen generierten; DANACH wurde die Stimmung noch einmal gemessen

- das als dritte Messung ist unklar.

Gruß
S.
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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon PonderStibbons » Do 15. Aug 2019, 10:52

Sarah88 hat geschrieben::ugeek:
:?
:oops: :oops:

Wenn man seine Studierenden Experimente mit Menschen machen lässt, sollte
man aus forschungsethischen Gründen auch sicherstellen, dass sie auch
vernünftig ausgewertet werden. Insofern stellt sich nebebei die Frage, warum
Du mit diesen Problemen Dich nicht an Deinen Betreuer wenden darfst?

Was das Statistische angeht, so kann Depressivität als kontinuierlicher
Prädiktor (analog zu einen Zwischensubjektfaktor) in Deiner Messwiederholungs-
Varianzanalye verwendet werden.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon Sarah88 » Do 15. Aug 2019, 11:00

strukturmarionette hat geschrieben:Hi,

dann kam eine Kontrollbedingung als "Ablenkungsaufgabe" (n = 77) und die Experimentalbedingung (n = 78), wo Personen positive Erinnerungen generierten; DANACH wurde die Stimmung noch einmal gemessen

- das als dritte Messung ist unklar.

Gruß
S.


Hallo,

es sollte untersucht werden, ob sich die Stimmung durch Ablenkung oder Erinnerungen ins positive verändert. Deswegen die Messung am SChluss nochmal - um zu schauen, ob sich die Stimmung eben dadurch steigert :)

LG
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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon Sarah88 » Do 15. Aug 2019, 11:08

PonderStibbons hat geschrieben:
Sarah88 hat geschrieben::ugeek:
:?
:oops: :oops:

Wenn man seine Studierenden Experimente mit Menschen machen lässt, sollte
man aus forschungsethischen Gründen auch sicherstellen, dass sie auch
vernünftig ausgewertet werden. Insofern stellt sich nebebei die Frage, warum
Du mit diesen Problemen Dich nicht an Deinen Betreuer wenden darfst?

Was das Statistische angeht, so kann Depressivität als kontinuierlicher
Prädiktor (analog zu einen Zwischensubjektfaktor) in Deiner Messwiederholungs-
Varianzanalye verwendet werden.

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons



Hi, Danke für deine Antwort.

Ich kann meine Betreuerin bestimmt fragen, allerdings bin ich wirklich kein Statistik-Crack und möchte nicht mit sämtlichen Fragen zu ihr kommen. Deswegen hatte ich gedacht, vielleicht hat hier jemand eine Idee, bevor ich wirklich die letzte Option - meine Betreuerin zu fragen - wähle.

Noch eine Frage: Wenn ich Depressivität als Zwischensubjektfaktor wähle, wie kann ich das dann interpretieren? Es wurde ja dann kontinuierlich gemessen und nicht kategorial...

LG
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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon PonderStibbons » Do 15. Aug 2019, 11:29

Depressivität ist kein kategorialer Faktor, da kontinuierlich gemessen, kann aber ANALOG einem
Zwischensubjektfaktor ohne weiteres in einer Varianzanalyse vewendet werden. Falls Du z.B.
SPSS verwendest, wäre es dort eine "Kovariate".

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon Sarah88 » Do 15. Aug 2019, 11:37

PonderStibbons hat geschrieben:Depressivität ist kein kategorialer Faktor, da kontinuierlich gemessen, kann aber ANALOG einem
Zwischensubjektfaktor ohne weiteres in einer Varianzanalyse vewendet werden. Falls Du z.B.
SPSS verwendest, wäre es dort eine "Kovariate".

Mit freundlichen Grüßen

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Danke - auf die Kovarianzanalyse bin ich auch schon gestoßen, was mich hier allerdings gewundert hat: Kovariate wird ja oft als eine Art Störvariable bezeichnet, die kontrolliert werden muss. Da ich aber Depressivität mit einbeziehen möchte, es also keine Störvariable sein soll, wusste ich nicht, ob ich die Kovarianzanalyse mit Messwiederholung hernehmen kann.

Kann ich Depressivität also trotzdem als Kovariate hernehmen, obwohl ich ihren Einfluss auf den Zusammenhang zwischen den Bedingungen und der Stimmung utnersuchen will? (Sie also nicht aus den Berechnungen heraus nehmen will?)

Ich hoffe, das war meine letzte Frage :)

Ich bin sehr dankbar für eine Antwort, wirklich!
Sarah88
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Re: Masterarbeit: Welches Verfahren?

Beitragvon PonderStibbons » Do 15. Aug 2019, 12:28

Ich spreche nicht von Kovariate, ich weise lediglich darauf hin, dass zum Beispiel in SPSS
kontinuierliche Prädiktoren in einer Varianzanalyse als "Kovariate" bezeichnet werden.
Nochmal: man kann einen kontinuierlichen Prädiktor ohne weiteres verwenden,
analog zu einem kategorialen Faktor. Ob wir einen kontinuierlichen Prädiktor als
Kovariate, Störvariable, kausale Determinante oder Göttliche Bratwurst bezeichnen,
ist dem statistischen Verfahren völlig gleichgültig. Eine "Störvariable" wird konzeptuell
definiert und gegebenenfalls wird die Analyse entsprechend angepasst (z.B. wenn man sich
nicht für die Wechselwirkungen zwischen einer "Störvariable" und den sonstigen
Prädiktoren/Faktoren interessiert, kann man diese Wechselwirkungen rauslassen).
Dementsprechend sind "Störvariablen" auch nicht beschränkt auf intervallskalierte
Variablen. Auch eine kategoriale Variable kann ohne weiteres eine zu berücksichtigende
"Störvariable" sein. Die menschliche Leistung besteht in der Anpassung des zu
berechnenden Modells und in der Interpretation der Ergebnisse.

Depressivität bzw. ihre Wechselwirkung mit dem experimentellen Faktor musst Du zwingend
hineinnehmen, weil das so in dem Titel Deiner Arbeit steht.

Mit freundlichen Grüßen

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