Signifikanztest Mehrfachantworten bei zwei Gruppen

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Signifikanztest Mehrfachantworten bei zwei Gruppen

Beitragvon Hoens » Mi 4. Dez 2019, 13:12

Liebe Community,

erstmal ein nette "Hallo" in die Runde.
Ich beschäftige mich gerade mit der Frage, ob und wie sich die Kaufwahrscheinlichkeit eines Kunden (AV) ändert, wenn ein Verkäufer (vereinfacht gesagt) dünn oder dick ist (UV). Die zweite Frage ist, ob sich der Effekt erhöht, je teurer das Produkt ist.
Hierzu habe ich Bilder von 8 Personen je zwei Ausprägungen (dick und dünn) gephotoshopt.

Die Teilnehmer wurden nun zu den 16 Stimuli gefragt:

Welche der genannten Produkte würden Sie bei diesem Verkäufer (vom ersten Eindruck her) kaufen?
Produkt 1 (Wert 49.-) - ja/nein
Produkt 2 (Wert 899.-) ja/nein
Produkt 3 (Wert 3.879.-) ja/nein
Produkt 4 (Wert 12.450.-) ja/nein
Keines der genannten Produkte ja/nein

(Mehrfachnennungen möglich, das Item "keines der genannten Produkte" natürlich exklusiv)

Ich möchte nun prüfen, ob es einen signifikanten Unterschied zwischen Kaufwahrscheinlichkeit bei dünnen und dicken Verkäufern gibt.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt habe. Jede Gruppe hat vier dünne und vier dicke Verkäufer gesehen, Verkäufer 1 war in Gruppe A dick, in Gruppe B dünn). Außerdem ist N nicht für jeden der 16 Stimuli gleich (zwischen 75 und 92), da Fragen übersprungen werden konnten.
Ich verzweifel an der Frage, wie ich diese Daten auswerte und zwischen Verkäufergruppen dick/dünn einen Signifikanztest hinbekomme.

Meine einzige Idee ist, die Kaufwahrscheinlichkeiten der Produkte zu ermitteln und einen t-test durchzuführen. Ich hab aber die arge Vermutung, dass ich da auf dem Holzweg bin..
Ich freue mich auf Eure Inspiration.

Viele Grüße

Heiko
Hoens
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Re: Signifikanztest Mehrfachantworten bei zwei Gruppen

Beitragvon PonderStibbons » Mi 4. Dez 2019, 16:21

Ich verzweifel an der Frage, wie ich diese Daten auswerte und zwischen Verkäufergruppen dick/dünn einen Signifikanztest hinbekomme.

Es wurde doch bestimmt über die Datenanalyse nachgedacht, bevor Zeit
und Mühe der Probanden in Anspruch genommen wurden, was war denn
ursprünglich der Plan?

Die abhängige Variable ist anscheinend sowas wie "höchster Preis". So läge
eine 5stufige ordinale Variable vor (mit "keines" als niedrigste und Produkt
4 als höchste Stufe), die Möglichkeiten sind im Vergleich zu einer
intervallskalierten Messung deutlich eingeschränkt. Falls Dir GEE etwas
sagt, damit kann man mehrfaktorielle Designs mit messwiederholten
ordinalen Variablen analysieren.

Man könnte auch vergleichsweise krude verfahren, so z.B. pro Proband den
jeweiligen medianen Response über die Bedingung dick bzw. die
Bedingung dünn ermitteln und diese beiden Mediane per Vorzeichentest
vergleichen.

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
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Re: Signifikanztest Mehrfachantworten bei zwei Gruppen

Beitragvon Hoens » Mi 4. Dez 2019, 17:13

Hallo Ponder,

vielen Dank für Deine Antwort. Über die Analyse habe ich mir vorher nicht die allergeringsten Gedanken gemacht.
Ich habe inzwischen eine Lösung gefunden
Für alle, die vor einem ähnlichen Problem stehen:
Kreuztabelle mit Chi-Quadrat Test löst das Rätsel.

Heiko
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Re: Signifikanztest Mehrfachantworten bei zwei Gruppen

Beitragvon PonderStibbons » Mi 4. Dez 2019, 17:38

Kreuztabelle und Chi² löst hier eigentlich wenig bis gar nichts, weil es sich
um abhängige Messungen handelt (die abhängige Variable wurde bei jedem
Probanden 8mal gemessen). Allenfalls könnte man für jede abgebildete
Stimulusperson eine Kreuztabelle "Darstellungsweise (dick/dünn) versus Response"
rechnen, also 8 getrennte Analysen. Aber das würde Informationen verschwenden,
weil die eigentlich ordinalen Response-Daten zu kategorialen runtergestuft würden.
Da wären 8 Mann-Whitney U-Tests passender. Oder wie hattest Du Dir konkret
die Analyse mit Kreuztabelle und Chi2-Test gedacht (als Info für alle, die vor
einem ähnlichen Problem stehen)?

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
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