Chi^2 Unabhängikeitstest

Chi^2 Unabhängikeitstest

Beitragvon Tranbaer44 » Di 13. Dez 2016, 17:47

Hallo Ihr Lieben.

Es geht um folgendes. Ich hab auf der Uni ein Beispiel zu lösen und bin mir nicht sicher ob ich die richtige Methode angewendet habe.

Bei 100 Studierenden wurden Studienerfolg und Einkommen erhoben:


Studienerfolg
Einkommen.... gut...mittel...schlecht
0 bis 400.........10.......5......5
400 bis 700.......15......0......15
700 bis 1200..... 25......20.....5
Können Sie einen statistischen Zusammenhang nachweisen?

Ich habe versucht diese Aufgabe mit dem Chi^2 Unabhängigkeitstest zu lösen.
Zuerst im Excel anhand
-beobachtete rel. Häufigkeit
-erwartete Wahrscheinlichkeit
-erwartete absolute Werte

Danach hab ich bei allen Werten folgende Formel angewendet (tatsächliche Häufigkeit-erwarteten absolute Wert)^2/ erwarteten absoluten Wert

Dann bekomme ich beim Chi-Wert = 24 raus. df = 4 (Anzahl an Zeilen) und p-Wert = 7.987e-05 (7.987*10^-5)

Hab das ganze dann im R berechnet und bekomme das gleiche Ergebnis.

Normalerweise würde ich nun den p-Wert mit dem Signifikanzniveau vergleichen um eine Aussage zu treffen. Aber in der Angabe ist leider kein Hinweis zu einem Signifikanzniveau. Normalerweise wir dieses ja mit 0,05 angenommen wenn ich mich nicht irre oder?

Nun zu meiner Frage. Kann ich in diesem Fall von einem Signifikanz niveau von 0,05% ausgehen oder muss ich ein anderes Verfahren verwenden um näher auf die Frage "Können Sie einen statistischen Zusammenhang nachweisen" eingehen zu können.

Vielen lieben Dank im Voraus für eure Antworten.

liebe Grüße
Tranbaer44
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Re: Chi^2 Unabhängikeitstest

Beitragvon bele » Di 13. Dez 2016, 19:02

Es ist hirnbefreit, aber 0,05 gilt als universelle Grenze, wenn sonst nichts gesagt wird. Das muss irgendwo gesetzt sein und ist nicht das Ergebnis eines universellen formalen Verfahrens.

LG,
Bernhard
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Re: Chi^2 Unabhängikeitstest

Beitragvon Tranbaer44 » Di 13. Dez 2016, 19:23

Danke für deine Antwort lieber Bernhard.

Deiner Nachricht entnehme ich, dass ich mit dem Chi^2 Unabhängigkeitstests richtig lag und werde meine Antwort im Vergleich zum Signifikanzniveau von 0,05 begründen.

Vielen Dank und noch einen schönen Abend.
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Re: Chi^2 Unabhängikeitstest

Beitragvon forenthomas » Mi 11. Jan 2017, 23:06

bele hat geschrieben:Es ist hirnbefreit, aber ...


Hehe, der ist gut. Bei uns in der Vorlesung hieß es dazu übrigens, dass man ohne Angabe eines Signifikanzniveaus zumindest einen Satz zur Wahl des Niveaus verlieren sollte, da es ja auch um eine Abwägung von - und -Fehler geht.

Gruß, Thomas
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Re: Chi^2 Unabhängikeitstest

Beitragvon bele » Do 12. Jan 2017, 09:42

Hallo Thomas,

ja, der kollektige Umgang damit ist höchst ungesund, aber vieles in der angewandten Statistik ist Tradition und Abschreiben. Es ist nicht zu erwarten, dass sich eine Bewegung "für durchdachte alpha-Niveaus" erheben wird. Der Trend geht eher dahin, den p-Werten den Rücken zuzukehren.

Wenn Du gerade eine Vorlesung zur Einführung in die Statistik hörst, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich auch mit kritischen Stimmen zum p-Wert zu befassen, um einen Blick über den Tellerand hinaus zu bekommen. Das ASA-Statement zu p-Werten wäre da eine empfehlenswerte und notfalls auch zitierfähige Lektüre:
http://amstat.tandfonline.com/doi/abs/1 ... t2XIOaE2MN

LG,
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Re: Chi^2 Unabhängikeitstest

Beitragvon strukturmarionette » Do 12. Jan 2017, 10:34

Hi,

- Der Umgang mir inferenzstatistischen Modalitäten ist (traditionell) fachdisziplin- und auftraggeberabhängig.
- Während zu einem großen Teil derart vorgegangen wird: "Mache mir irgendwas signifikant". Dabei wird dann entspechend irgendwas aus den Daten dargestellt und berichtet.
- Es mag jede Person selber feststellen, wo diesbezüglicher Unfug im Allgemeinen beheimatet ist.
- Seriösere Vorgehensweisen beginnen mit begründetet konkreten Fragestellungen ind Arbeitshypothesen, wobei auch Überlegungen zur Wahl eines sinnvollen Signifikanzniveaus ein Rolle spielen.

Gruß
S.
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