t-Tests unterschiedliche Populationen

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Beitragvon JohannaSch » Di 17. Apr 2018, 10:22

Hallo! Ist es zulässig, in Bezug auf die selbe Variable einen t-Test für unterschiedliche Stichproben zu rechnen, die man in Stichproben zweier unterschiedlicher Populationen erhoben hat? Beispiel:

Stichprobe TherapeutInnen: Wie alt waren Ihre depressiven PatientInnen im Durchschnitt? Wie viele Ihrer PatientInnen waren männlich/weiblich?
Stichprobe depressiver Personen: Wie alt sind Sie? Welches Geschlecht haben Sie?

Wäre es sinnvoll, t-Tests zu nutzen, oder gibt es Alternativen, wenn man Unterschiede/Gleichheiten in den Angaben zweier Populationen herausarbeiten will?
JohannaSch
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Re: t-Tests unterschiedliche Populationen

Beitragvon strukturmarionette » Di 17. Apr 2018, 13:49

Hi,

- soweit zumindest erst einmal die Skalenniveaus als eine Anw-Vorauss passen

Gruß
S.
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Re: t-Tests unterschiedliche Populationen

Beitragvon bele » Mi 18. Apr 2018, 12:40

Hi!

Die Frage nach dem Alter der depressiven Patientinnen ist mit einem t-Test für unverbundene Stichproben angehbar (vielleicht besser mit einer Variante des t-Tests, die auch mit unterschiedlichen Varianzen klar kommt).
Die Frage nach der Geschlechterverteilung eignet sich eher nicht für einen t-Test. Da würde man eher an einen Chi-Quadrat-Unabhängigkeitstest oder ähnliches denken.

oder gibt es Alternativen, wenn man Unterschiede/Gleichheiten in den Angaben zweier Populationen herausarbeiten will?

Sicher gibt es die und im Einzelfall kommt es sehr darauf an, was man erreichen will.
Mit dem online-BEST könntest Du in einem Durchgang nicht nur Mittelwerte, sondern auch Standardabweichungen vergleichen: http://www.sumsar.net/best_online/

Bezüglich des t-Tests darf man sich beispielsweise fragen, ob man wirklich die Nullhypothese testen will, dass das Durchschnittsalter der Patienten bei beiden Erhebungen nicht um 0,0000000000000000000000000000 Jahre abweicht (klassische t-Test-Nullhypothese) oder ob man eine Abweichung des Durchschnittsalters von z. B. 1 Jahr noch als "praktisch äquivalent zu keine Altersabweichung" akzeptieren würde.

Der t-Test ist wahrscheinlich nicht die beste, sicher aber die traditionellste und üblichste Herangehensweise (wenn wir über Mittelwertvergleiche, nicht Geschlechterverhältnisse sprechen). In einem konservativen Umfeld wirst Du die Wahl des t-Tests kaum je verteidigen müssen, weil "man es so macht".

LG,
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Re: t-Tests unterschiedliche Populationen

Beitragvon JohannaSch » Do 15. Nov 2018, 21:24

Vielen Dank @ bele, sehr hilfreiche Antwort!
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