Frage zu Auswertung einer Studie

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Frage zu Auswertung einer Studie

Beitragvon lisl » Di 2. Apr 2024, 17:37

Liebes Statistik-Forum,

ich stehe total auf dem Schlauch. Für eine Studie zu diversen psychischen Aspekten und physischer Aktivität soll u.a. der Zusammenhang zwischen Coping Strategien und der Bewertung 11 verschiedener Fitnessübungen erfasst werden. Die Coping Strategien werden durch den "Brief COPE" erfasst und die Fitnessübungen werden von den Studienteilnehmenden über die Borg-CR10-Skala bewertet.

Die verwendete Borg Skala besteht aus den Kategorien [0: Ruhe], [1: sehr geringe Aktivität], [2-3: leichte Aktivität], [4-6: moderate Aktivätät], [7-8: kraftvolle Aktivität], [9: sehr anstrengende Aktivität] und [10: Höchstleistungsaktivität].
Der Brief COPE beinhaltet 28 Items, die jeweils auf einer vierstufigen Likert-Skala zu beantworten sind. Jeweils 2 Items können zu einer Subskala zusammengefasst werden, sodass insgesamt 14 Subskalen entstehen. Es wäre aber auch möglich, z.B. die 3 Kategorien "problemfokussiert", "emotionsfokussiert" und "dysfunktional" aus den Items abzuleiten.

Was für ein Studiendesign haben wir hier und mit welcher statistischen Methode wird das Ganze nun am sinnvollsten ausgewertet?

Lieben Dank im Voraus!
lisl
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Re: Frage zu Auswertung einer Studie

Beitragvon PonderStibbons » Di 2. Apr 2024, 19:45

lisl hat geschrieben: Für eine Studie zu diversen psychischen Aspekten und physischer Aktivität soll u.a. der Zusammenhang zwischen Coping Strategien und der Bewertung 11 verschiedener Fitnessübungen erfasst werden.

Was heißt das konkret? Es gibt k Strategien und für jede
sollen 11 Zusammenhänge betrachtet werden?
Der Brief COPE beinhaltet 28 Items, die jeweils auf einer vierstufigen Likert-Skala zu beantworten sind.

Das ist, nebenbei bemerkt, eine unrichtige Verwendung des Begriffs Likert-Skala.
Der Begriff bezeichnet nicht das Antwortformat eines einzelnen Rating-Items,
sondern ein Messinstrument, das aus mehreren Items vom Likert-Typ besteht,
welche summiert werden.
Jeweils 2 Items können zu einer Subskala zusammengefasst werden, sodass insgesamt 14 Subskalen entstehen. Es wäre aber auch möglich, z.B. die 3 Kategorien "problemfokussiert", "emotionsfokussiert" und "dysfunktional" aus den Items abzuleiten.

Und welche diese Optionen möchtest Du wählen?
Was für ein Studiendesign haben wir hier und mit welcher statistischen Methode wird das Ganze nun am sinnvollsten ausgewertet?

Welches Studiendesign das ist, kann ich nicht sagen, weil
nicht beschrieben wurde, wie die Daten erhoben wurden
(querschnittlich oder längsschnittlich, mit experimentellen
Interventionen oder ohne usw.). Ist denn der Name wichtig?
Was die Auswertung betrifft, das hängt (s.o.) dann auch noch
davon ab, wie die konkrete inhaltliche Fragestellung lautet, wie Du
Coping-Strategien definierst (3 Typen; 14 Skalenwerte; oder
auch anders?) und ganz elementar von der Stichprobengröße
Wenn Du 3 einander ausschließende Typen hast und das mit
jeder Aktivität separat in Beziehung setzen möchtest, dann
wären 11 Kruskal-Wallis H-Tests eine Option.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Frage zu Auswertung einer Studie

Beitragvon strukturmarionette » Di 2. Apr 2024, 21:03

Zusammenhang zwischen

- deskriptiv (taballarisch oder /und graphisch) oder /und inferenzstatistisch (frequentistisch, Bayes, Bootstrapping o.a.)?
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Re: Frage zu Auswertung einer Studie

Beitragvon lisl » Do 4. Apr 2024, 09:12

Das hilft mir schon einmal sehr, vielen Dank!

Idealerweise verwende ich einen Gesamtwert für die Bewertung der 11 Sportübungen und für den Brief COPE werde ich wohl oder übel eine Faktorenanalyse machen müssen und hoffen, dass ich dann mit 2 Faktoren arbeiten kann, adaptiv und maladaptiv. Denn leider kommen wir mit der Proband*Innensuche nicht gut voran (nur knapp über 100 bisher und die Umfrage wird bald geschlossen) und ich werde wohl nicht mehr genügend Teilnehmende finden, um mehr als 2 Gruppen via ANOVA oder Kruskal-Wallis zu analysieren.

Vielen Dank nochmal und liebe Grüße,
Lisa
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Re: Frage zu Auswertung einer Studie

Beitragvon PonderStibbons » Do 4. Apr 2024, 15:34

Idealerweise verwende ich einen Gesamtwert für die Bewertung der 11 Sportübungen

Der ist dann intervallskaliert oder wie die Einzelbewertungen nur ordinal?
für den Brief COPE werde ich wohl oder übel eine Faktorenanalyse machen müssen

Da gibt es keine passende Auswertungvorschrift aus der Handanweisung
oder Referenzstudien? Ergebnisse aus selbstgebauten EFAs sind meist
schwer übertragbar.
und hoffen, dass ich dann mit 2 Faktoren arbeiten kann, adaptiv und maladaptiv.

D.h. Du arbeitest mit 2 Skalen und setzt die mit dem Sportgesamtwert in
Beziehung? Ist Sport intervallskaliert, dann kommt eine multiple lineare
Regression in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen

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