Interpretation des Haupteffekts

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Interpretation des Haupteffekts

Beitragvon Lea310 » Fr 13. Dez 2019, 12:37

Hallo lieber Helfer,

ich habe eine ganz allgemeine methodische Frage. Ich habe für meine Abschlussarbeit ein Paper der Arbeitsgruppe, in der ich diese schreibe, bekommen, das ich in meine Masterarbeit einbringen soll. Nun ist es so, dass in diesem Paper ein Mixed ANOVA berechnet wird. Es werden 3 Gruppen über 2 Messzeitpunkte verglichen. In den Ergebnissen wird Folgendes berichtet:

"...we noted an overall reduction
in subjective stress levels as indicated by a significant main effect of
time (F[1,46]=18.85; p < .001; η2
part=.29). Neither group nor
group-by-time interaction was significant (F[2,46]=1.52; p=.229; F
[2,46]=1.00; p=.375). However, the three groups’ post-hoc pre-post comparisons revealed significantly reduced stress in the IBSM training
group (t[15]=3.58; p=.003; Cohen’s d=.93) and the PMR group (t
[15]=4.61; p < .001; Cohen’s d=1.22), but not in the control group
(t[16]=1.05; p=.308; Cohen’s d=0.27).

Nun ist es so, dass meine Ergebnisse ähnlich aussehen. Ich habe also einen sig. Haupteffekt Zeit und keinen Interaktionseffekt (wobei dieser knapp nicht signifikant wurde mit p = .08). Unter Berücksichtigung der deskriptiven Daten zeigt sich jedoch auch, dass die Kontrollgruppe in ihren Werten stabil bleibt, während es bei den beiden anderen Gruppen eine Verbesserung gab. Ich dachte jedoch, wenn der Interaktionseffekt nicht signifikant ausfällt, darf ich mir gar keine Kontrastanalysen oder Post-hoc-Tests anschauen? Ein Haupteffekt Zeit sagt doch eigentlich aus, dass sich die Werte in den Messzeitpunkten unabhängig der Gruppenzugehörigkeit verändert haben?! Ich habe es so gelöst, dass ich diese Tendenz in der Diskussion eingebracht habe. Jetzt bin ich verwirrt, weil in diesem Paper ganz anders verfahren wird. Was ist nun der richtige Weg?

Vielen Dank für eure Hilfe, Lea
Lea310
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Re: Interpretation des Haupteffekts

Beitragvon PonderStibbons » Fr 13. Dez 2019, 13:03

However, the three groups’ post-hoc pre-post comparisons revealed significantly reduced stress in the IBSM training
group (t[15]=3.58; p=.003; Cohen’s d=.93) and the PMR group (t
[15]=4.61; p < .001; Cohen’s d=1.22), but not in the control group
(t[16]=1.05; p=.308; Cohen’s d=0.27).

Da stellt sich die Frage nach dem Sinn. "The Difference Between “Significant” and “Not Significant” is not Itself Statistically Significant" http://www.stat.columbia.edu/~gelman/re ... ignif4.pdf
Ich dachte jedoch, wenn der Interaktionseffekt nicht signifikant ausfällt, darf ich mir gar keine Kontrastanalysen oder Post-hoc-Tests anschauen?

Wäre zumindest nicht stimmig.

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
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