Wahrscheinlichkeit von Einzelereignissen

Fragen, die sich auf kein spezielles Verfahren beziehen.

Wahrscheinlichkeit von Einzelereignissen

Beitragvon mthaler » Di 7. Jul 2026, 09:44

Wenn ich eine Münze tausendmal werfe führe ich ja das gleiche Experiment immer wieder durch, aber wenn ich z.B. danach Frage wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist daß ich 80 werde dann ist das ja ein Einzelereignis und es macht nicht wirklich Sinn da überhaupt einen frequentistischen Wahrscheinlichkeitsbegriff zu verwenden (meiner Meinung nach). Auch wenn ich frage wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist daß ich z.B. irgendwann eine Depression bekomme ist das ja ein Einzelereignis, aber der frequentistische Wahrscheinlichkeitsbegriff ist ziemlich weit verbreitet. Ich denke der macht auch Sinn wenn man ein Experiment immer wieder wiederholen kann wie z.B. einen Münzwurf, aber der macht zumindest für mich wenig Sinn bei Einzelereignissen die man nicht wiederholen kann. Gibt es dafür eine Lösung?
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Re: Wahrscheinlichkeit von Einzelereignissen

Beitragvon bele » Fr 10. Jul 2026, 19:02

Letztlich ist das eine philosophische Frage und mithin immer Deine persönliche Frage, was für Dich als Lösung zählt. Wenn Du überlegst, ob Du 80 Jahre alt wirst oder wie wahrscheinlich es ist, dass Du mindestens 80 wirst, dann schwebt Dir ja schon eine unbegrenzt hohe Zahl an möglichen Verläufen Deines weiteren Lebens vor, auch wenn in der Realität nur ein einziger dieser möglichen Verläufe eintreten wird. Wenn Du nachdenkst, ob Du wohl 80 Jahre alt werden wirst, dann denkst Du darüber nach, welche Schicksale Krankheiten und Lebenswege viele andere Menschen getroffen haben. Ich weiß, dass Bayesianer ihren Wahrscheinlichkeitsbegriff als entscheidenden Vorteil beschreiben, aber ich hatte immer so ein ungutes Gefühl, dass der nur scheinbar klarer ist. So genau habe ich das letztlich nicht durchdacht.

Die Einbeziehung von Prior-Informationen in die Beschreibung einer Wahrscheinlichkeit ermöglicht es, die Wahrscheinlichkeiten zu beschreiben, die uns wirklich interessieren. Das war für mich immer der einleuchtendere Vorteil Bayesianischer Statistik. Aber ja, es denkt sich leichter mit dem Bayes-Wahrscheinlichkeitsbegriff.

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