von bele » Fr 10. Jul 2026, 19:02
Letztlich ist das eine philosophische Frage und mithin immer Deine persönliche Frage, was für Dich als Lösung zählt. Wenn Du überlegst, ob Du 80 Jahre alt wirst oder wie wahrscheinlich es ist, dass Du mindestens 80 wirst, dann schwebt Dir ja schon eine unbegrenzt hohe Zahl an möglichen Verläufen Deines weiteren Lebens vor, auch wenn in der Realität nur ein einziger dieser möglichen Verläufe eintreten wird. Wenn Du nachdenkst, ob Du wohl 80 Jahre alt werden wirst, dann denkst Du darüber nach, welche Schicksale Krankheiten und Lebenswege viele andere Menschen getroffen haben. Ich weiß, dass Bayesianer ihren Wahrscheinlichkeitsbegriff als entscheidenden Vorteil beschreiben, aber ich hatte immer so ein ungutes Gefühl, dass der nur scheinbar klarer ist. So genau habe ich das letztlich nicht durchdacht.
Die Einbeziehung von Prior-Informationen in die Beschreibung einer Wahrscheinlichkeit ermöglicht es, die Wahrscheinlichkeiten zu beschreiben, die uns wirklich interessieren. Das war für mich immer der einleuchtendere Vorteil Bayesianischer Statistik. Aber ja, es denkt sich leichter mit dem Bayes-Wahrscheinlichkeitsbegriff.
JMTC,
Bernhard
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`Oh, you can't help that,' said the Cat: `we're all mad here. I'm mad. You're mad.'
`How do you know I'm mad?' said Alice.
`You must be,' said the Cat, `or you wouldn't have come here.'
(Lewis Carol, Alice in Wonderland)