Bonferroni beim Mann-Whitney-U-Test in diesem Fall nötig?

Bonferroni beim Mann-Whitney-U-Test in diesem Fall nötig?

Beitragvon Nina132 » Do 22. Dez 2016, 11:28

Liebe Forengemeinde,

ich habe eine Frage zur abschließenden Auswertung meiner Doktorarbeit. Es geht um die Bonferroni-Korrektur bzw darum, ob diese nötig ist. Leider sind sich da mein Betreuer und mein Doktorvater nicht ganz einig :D Die Hauptfrage ist, ob das bei der geringen Anzahl an Tests bzw Parametern überhaupt notwendig ist. Ich habe ein paar signifikante Sachen rausbekommen, Bonferroni würde alles platt machen.
Bitte entschuldigt meine Umgangssprache, die Auswertung ist leider schon etwas her und ich habe das statistische Vokabular nicht mehr ganz auf dem Schirm.

Folgende Daten wurden ausgewertet:

1) Vergleich zwischen zwei Kollektiven (krank vs. gesund), die beide nicht groß sind (n=9 und n=11), keine Normalverteilung, daher Mann Whitney U Test. Es geht um mikroskopische Bilder (Gewebeproben) die während einer Magenspiegelung entnommen wurden und für verschiedenen Parameter ausgewertet wurden.
1a) Zuerst wurden Zellen markiert und in definierten Arealen ausgezählt, also quantitativ ausgewertet. (Areal 1, Areal 2, Mittelwerte aus beiden Arealen). Diese Testung wurde für drei verschiedene Zellarten gemacht, und jedes Mal wurden die entsprechenden Areale ausgewertet --> d.h. ich bekommen 3x3 p-Werte (für jede Zellart 3 Werte: Areal 1, Areal 2, Mittelwerte aus beiden Arealen). Wenn ich Bonferroni anwenden müsste, müsste ich dann das p/3 oder p/9 teilen?
1b) Aus dem selben Kollektiv wurden 3 weitere Parameter gemessen, allerdings qualitativ (ja/nein). Hier wurde der fishers exakt test angewendet. Bei den drei Parametern wurden auch wieder "Unterkategorien" bestimmt, also bestimmte anatomische Areale (insgesamt 5). Müsste ich hier dann p/5 oder p/15 teilen? Oder muss ich, da es die beiden gleichen Kollektive wie in 1a) sind, das noch irgendwie miteinander verrechnen?

2) Vergleich zwischen zwei Kollektiven (andere als in 1), krank vs gesund, beide nicht groß (je n=8), keine Normalverteilung, daher Mann Whitney U Test. Wieder mikroskopische Bilder (Gewebeproben), die bei Lungenspiegelungen entnommen wurden. Es wurde für 3 Parameter eine semiquantitative Auswertung mittels Score (0,1,2,3) durchgeführt. Auch wurden wieder für alle drei Parameter Unterkategorien ausgewertet (verschiedene anatomische Areale), insgesamt 5. Würde man dann p/5 oder p/15 rechnen?

Vielen Dank für eure Hilfe!
Nina132
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Re: Bonferroni beim Mann-Whitney-U-Test in diesem Fall nötig

Beitragvon PonderStibbons » Do 22. Dez 2016, 13:42

"Wegen der hohen Zahl an statistische Signifikanztests wurde das Signifikanzniveau auf p=0,01 festgelegt, um die mögliche Zahl an Fehlern 1. Art stärker zu begrenzen als beim konventionellen 5%-Niveau."

Oder wenn Fehler 1. Art nicht ins Gewicht fallen, das übliche Alpha=5%.

Bei dem Bonferroni-Gekasper blickt im vorliegenden Fall doch eh keiner mehr durch.


Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
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