Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon Marie1 » Mi 4. Jul 2018, 09:39

Hallo,

ich habe einen Kruskal-Wallis Test durchgeführt, wobei meine Gruppenvariable aus 8 Gruppen besteht, die Testvariable ist ordinal 5-stufig gemessen. Der Test ist sig., d.h. es gibt prinzipiell einen sig. Unterschied zwischen den Gruppen. Beim paarweisen Vergleich der Gruppen (mit Bonferroni-Korrektur) zeigt sich, dass sich nur zwei Gruppen sig. voneinander unterscheiden. Wie ist das zu interpretieren, wenn der sig. Kruskal-Wallis Test nur auf diesem einen Gruppenunterschied fußt?

Gruß
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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon PonderStibbons » Mi 4. Jul 2018, 10:48

Der fußt nicht nur darauf. Der macht eine Globalaussage, bei der
alle Unterschiede zwischen allen Gruppen einfließen. Paarweise
Vergleiche sind dagegen tendenziell underpowered - statt mit dem Gesamt-N
hast Du es hier immer nur mit (im Schnitt) einem Viertel der Gesamtstichprobe
zu tun. Mit Bonferroni wird die power wegen alpha/56 dann verschwindend
gering (sofern die Stichprobe nicht sehr groß ist, leider wurde die
Stichprobengröße nicht genannt).

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon Marie1 » Mi 4. Jul 2018, 11:30

besten Dank für die Rückmeldung.

Gibt es eine "liberalere" Anpassung für die Paarvergleiche in diesem Test? Bonferroni wurde automatisch (arbeite mit SPSS) ausgewählt. Ich habe noch von Sidak in der ANOVA gehört, die quasi zwischen Bonferroni und LSD steht, was die Strenge bzw. Liberalität betrifft. N=173 (zwischen 8 und 38 in den Gruppen).
Da es einen sig. Unterschied zwischen den Gruppen gibt laut Kruskal-Wallis Test, ist es gleichermaßen zulässig zu sagen, dass die Gruppenvariable einen Einfluss auf die Testvariable hat?

Gruß
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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon PonderStibbons » Mi 4. Jul 2018, 11:53

Gibt es eine "liberalere" Anpassung für die Paarvergleiche in diesem Test? Bonferroni wurde automatisch (arbeite mit SPSS) ausgewählt.

Bonferroni-Holm oder reverse-Holm ist etwas besser.
Du kannst mit der power argumentieren und das Signifikanzlevel auf 1% setzen.
Oder Du machst es ohne Korrektur.

Es ist unter anderem eine Frage der Entscheidung, wie schwer Fehler erster Art bzw. zweiter Art wiegen.

Da es einen sig. Unterschied zwischen den Gruppen gibt laut Kruskal-Wallis Test, ist es gleichermaßen zulässig zu sagen, dass die Gruppenvariable einen Einfluss auf die Testvariable hat?

Ganz klar, genau das wird ja getestet.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon Marie1 » Fr 6. Jul 2018, 11:42

Gibt es eine Möglichkeit Bonferroni-Holm oder reverse Holm bei SPSS einzusetzen? Wie oben beschriben, wurde die Bonferroni Anpassung automatisch durchgeführt und ich habe keine Möglichkeit gesehen, etwas anderes auszuwählen.

"Du kannst mit der power argumentieren und das Signifikanzlevel auf 1% setzen"
Das verstehe ich nicht. Meinst du die Power und das Signifikanzlevel vom Kruskal Wallis Test?

"Oder Du machst es ohne Korrektur."
D.h. die unangepasst Signifikanz der paarweisen Vergleiche interpretieren?

Vielen Dank und Gruß
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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon PonderStibbons » Fr 6. Jul 2018, 11:52

"Du kannst mit der power argumentieren und das Signifikanzlevel auf 1% setzen"
Das verstehe ich nicht. Meinst du die Power und das Signifikanzlevel vom Kruskal Wallis Test?

Wir reden doch hier von den post-hoc-Tests oder nicht? Bonferroni-korrigiert 5%/28 wäre eine sehr konservative Signifianzschwelle = geringe power.

Mit freundlichen Grüßen

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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon Marie1 » Mi 11. Jul 2018, 09:44

Ja, richtig, post-hoc Test. Ok, ich wusste nicht, dass die Signifikanzschwelle mit der power gleichzusetzen ist.
Danke
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Re: Kruskal-Wallis Test sig. aber nur ein Gruppenunterschied

Beitragvon PonderStibbons » Mi 11. Jul 2018, 11:04

Das ist nicht gleichzusetzen, sondern einer von mehreren Einflussfaktoren. Die statistische power eines Tests ist a priori gering, wenn die Stichprobe klein ist und/oder wenn der zu testende Effekt (in der Grundgesamtheit) klein ist und/oder wenn die Signifikanzschwelle konservativ angesetzt wird.
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