Korrellation nach Spearman oder Pearson?

Bivariate Korrelation, partielle Korrelation und Rangkorrelation.

Korrellation nach Spearman oder Pearson?

Beitragvon hasaso » Mi 3. Apr 2019, 09:31

Hallo :),
im Zuge meiner Masterarbeit habe ich mittels Likert-Skalen (Fragebogenstudie) zu verschiedenen Konstrukten Daten erhoben.

Grundsätzlich werden Likert-Skalen ja als Ordinalskalen bewertet, welches auf eine Korrelation nach Spearman schließen lässt.
Reicht dieses als Begründung aus, warum ich nicht Pearson genommen habe?

Ich habe in anderen Arbeiten immer wieder gelesen, dass auf Normalverteilung getestet wurde und somit z. B. bei Nichtnormalverteilung, dann Spearman genommen wurde.

Ist dieses ein gutes Argument? Wie muss ich handeln, wenn einige Konstrukte normal und einige nicht normalverteilt sind? Nehme ich dann sowohl Spearman als auch Pearson?

Vielen Dank für eure Hilfe :)
hasaso
Grünschnabel
Grünschnabel
 
Beiträge: 3
Registriert: Mi 3. Apr 2019, 09:17
Danke gegeben: 0
Danke bekommen: 0 mal in 0 Post

Re: Korrellation nach Spearman oder Pearson?

Beitragvon bele » Mi 3. Apr 2019, 10:18

Hallo und willkommen im Forum,

> Grundsätzlich werden Likert-Skalen ja als Ordinalskalen bewertet

Grundsätzlich sind Likert-Skalen Summen oder Mittelwerte, beides Prozesse, die mit nur-ordinalen Daten nicht durchgeführt werden können. Ja, das ist nicht sauber, vielleicht hilft das hier ein wenig: nutzung-des-forums-f44/likertskalen-und-anderes-t9192.html Deine Bauchschmerzen sind aber berechtigt, die Entscheidung über Pearson oder Spearman ist nicht immer leicht zu fällen.

> Ich habe in anderen Arbeiten immer wieder gelesen, dass auf Normalverteilung getestet wurde

Und damit ist auch schon klar, dass alle diese Arbeiten Likert-Skalen als metrische, nicht als nur-ordinale Daten betrachten.

> Ist dieses ein gutes Argument?

Das ist ein naja-Argument. Zunächsteinmal ist der Pearson-Korrleation die Normalverteilung so egal wie der Spearman-Korrelation. Spannend wird es erst, wenn man Korrelationen einem statistischen Test unterzieht. Dafür gibt es verschiedene Ansätze , aber der üblichste über eine t-Verteilung erfordert bivariate Normalverteilung, auf die man nicht gut testen kann. Stattdessen jede Variable einzeln auf Normalverteilung zu prüfen ist daher streng genommen zu kurz gesprungen, trotzdem zeigt es, dass man sich bemüht hat.

Deine Fragen haben Antworten, in die Meinungen und persönliche Ansichten reinspielen. Letztlich solltest Du den Betreuer Deiner Masterarbeit darauf ansprechen. Zuvor macht es natürlich Sinn, sich zu den Themen zu belesen, um aus dem Gespräch das meistmögliche herauszuholen.

LG,
Bernhard
----
`Oh, you can't help that,' said the Cat: `we're all mad here. I'm mad. You're mad.'
`How do you know I'm mad?' said Alice.
`You must be,' said the Cat, `or you wouldn't have come here.'
(Lewis Carol, Alice in Wonderland)
bele
Schlaflos in Seattle
Schlaflos in Seattle
 
Beiträge: 3419
Registriert: Do 2. Jun 2011, 23:16
Danke gegeben: 10
Danke bekommen: 702 mal in 692 Posts

Re: Korrellation nach Spearman oder Pearson?

Beitragvon PonderStibbons » Mi 3. Apr 2019, 11:06

hasaso hat geschrieben:im Zuge meiner Masterarbeit habe ich mittels Likert-Skalen (Fragebogenstudie) zu verschiedenen Konstrukten Daten erhoben.

Tatsächlich Likert-Skalen, nicht nur einzelne Likert-Items? Das wird hier in 6 von 7 Fällen verwechselt, deswegen vorsichtshalber die Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
"Multiple exclamation marks are a sure sign of a diseased mind." (Terry Pratchett, 'Eric').
PonderStibbons
Foren-Unterstützer
Foren-Unterstützer
 
Beiträge: 7947
Registriert: Sa 4. Jun 2011, 15:04
Wohnort: Ruhrgebiet
Danke gegeben: 24
Danke bekommen: 1629 mal in 1616 Posts


Zurück zu Korrelationen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste