Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Modelle

Bivariate Korrelation, partielle Korrelation und Rangkorrelation.

Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Modelle

Beitragvon nomabe » Mi 2. Okt 2019, 12:48

Hallo, ich habe in meiner Masterarbeit eine Korrelation gerechnet, um die zeitliche Stabilität von Suizidalität und Selbstekel zu überprüfen. Hier habe ich die Mittelwerte der 2 Messzeitpunkte miteinander korreliert.
Ich wüsste gerne, ob es noch andere statistische Verfahren gibt, die ich hätte verwenden können.

Was sind die Alternativen für eine Pearson-Korrelation?
Was sind Vorteile?
Was sind Nachteile?
Was sind Fehleranfälligkeiten einer multiplen Pearson-Korrelation


Kann mir da jemand helfen?
Danke und liebe Grüße!
nomabe
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Re: Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Model

Beitragvon PonderStibbons » Mi 2. Okt 2019, 13:49

Hallo, ich habe in meiner Masterarbeit eine Korrelation gerechnet, um die zeitliche Stabilität von Suizidalität und Selbstekel zu überprüfen. Hier habe ich die Mittelwerte der 2 Messzeitpunkte miteinander korreliert.

Verstehe ich leider nicht. Was urde mit was korreliert? Wieso Mittelwerte?

Beschreibe die Studie zunächst einmal zusammenhängend und nachvollziehbar,
also Thema, Fragestellung(en), Erhebungsdesign, welche Variablen wurden erhoben,
wie wurden sie konkret gemessen, wie groß ist die Stichprobe.

Mit freundlichen Grüßen

PonderStibbons
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Re: Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Model

Beitragvon bele » Mi 2. Okt 2019, 13:57

Wäre es nicht sinnvoller, diese Anfrage und die offensichtlich sehr eng damit verknüpfte hier in einem gemeinsamen Thread zu diskutieren: regressionanalyse-f11/vor-und-nachteile-der-regression-und-alternative-modelle-t11163.html ?
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Re: Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Model

Beitragvon nomabe » Mi 2. Okt 2019, 14:35

Hallo,
die Fragestellung lautet:
Sind Selbstekel und Suizidalität zeitlich stabile Konstrukte.
Ich habe intervallskalierte Testverfahren benutzt, die ich zu MZP1 und MZP2 vorgelegt habe. Für jede Person habe ich dann für jedes Testverfahren einen Mittelwert gebildet. Die Mittelwerte aller Personen von MZP1 habe ich dann mit den zugehörigen Daten von MZP2 korreliert, um herauszufinden, ob Selbstekel (bsp. gemessen mit dem Frage bogen FESE) ein zeitlich stabiles Konstrukt ist. Genauso bin ich mit dem Fragebogen zur Messung der Suizidalität vorgegangen.
Die Stichprobengröße beträgt 160 VPN.
LIebe Grüße!
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Re: Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Model

Beitragvon nomabe » Mi 2. Okt 2019, 14:43

Für's Verständnis, hier einmal das Abstract:

Theoretischer Hintergrund: Suizidalität ist ein komplexes psychologisches Phänomen, das mit vielen verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften assoziiert ist. In dieser Arbeit wurden insbesondere ekelrelevante Persönlichkeitsvariablen (Ekelsensitivität, Ekelempfindlichkeit und Selbstekel) und Copingstrategien untersucht. Ekel schützt den Menschen vor Krankheitsauslösern oder vor für ihn schädlichen Objekten. Selbstekel umfasst den Ekel, der auf die eigene Person und das eigene Verhalten gerichtet ist und könnte im Zusammenhang mit Suizidalität stehen. Ziel dieser Arbeit war es, herauszufinden, inwiefern verschiedene Facetten des Ekels und Copingstrategien mit der Suizidalität eines Menschen assoziiert sind. Auch gilt es zu überprüfen ob Suizidalität und Selbstekel zeitlich stabile Konstrukte sind.

Methode: Es wurden zwei Fragebogenuntersuchungen durchgeführt, in denen die oben genannten Konstrukte erfragt wurden. Die nicht-klinische Stichprobe von Studie 1, bestand aus 1175 Probanden und die ebenfalls nicht-klinische Stichprobe der zweiten Untersuchung bestand aus 159. Der Zeitraum zwischen den Testungen der zweiten Studie betrug acht Wochen.

Ergebnisse: Die Regressionsanalyse ergab, dass Selbstekel und dysfunktionale Copingstrategien eine starke Assoziation mit der Suizidalität der Probanden aufwiesen. Auch psychische Störungen konnten als Prädiktor für Suizidalität identifiziert werden. Die zeitliche Stabilität von Selbstekel und Suizidalität, über einen Zeitraum von acht Wochen, konnte mit Hilfe von Korrelationsanalysen bestätigt werden.

Schlussfolgerung: Da Selbstekel stark mit Suizidalität assoziiert ist, ist es wichtig, herauszufinden, wie dieser entsteht und aufrechterhalten wird. Auch gilt es zu überprüfen, wann der Selbstekel als State zu einem Trait wird und ab welchem Zeitpunkt Selbstekel dysfunktionale Muster annimmt.

Liebe Grüße!
nomabe
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Re: Vor- und Nachteile der Korrelation und alternative Model

Beitragvon bele » Mi 2. Okt 2019, 14:52

Hallo nomabe,

mediziner Verwenden für solche Fragen gerne einen Bland-Altman-Plot als graphische Darstellungs- und Analysemethode. Das ersetzt natürlich kein numerisches Maß, ergänzt es aber gut: https://cran.r-project.org/web/packages ... Intro.html

Die Korrelationsanalyse scheitert, wenn alle zwischen MZP1 und MZP2 eine immer gleichgroße Besserung erfahren: Dann ist die Korrelation hoch, auch wenn die absoluten Werte schwanken.

Anschauen solltest Du Dir die ICC-Maße als Ergänzung: https://de.wikipedia.org/wiki/Intra-Klassen-Korrelation

LG,
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